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Unconference
Kurzbeschreibung
Ein Unkonferenz ist eine Bildungsveranstaltung ohne festgelegte Inhalte; der Zeitplan wird während der Veranstaltung von den Teilnehmenden erstellt. Dieses Format wird häufig in der Kink- und BDSM-Community genutzt, da es eine Agenda ermöglicht, die auf den Leidenschaften und Interessen der Teilnehmenden basiert und insgesamt mehr Kreativität und Spontaneität zulässt. Dieses Modell wird manchmal auch als "Open Space" bezeichnet.
Ausführliche Erklärung
Eine Unkonferenz ist eine Bildungsveranstaltung ohne festgelegte Inhalte; der Zeitplan wird während der Veranstaltung von den Teilnehmenden selbst erstellt. Dieses Format wird häufig in der Kink- und BDSM-Community genutzt, da es eine Agenda ermöglicht, die auf den Leidenschaften und Interessen der Teilnehmenden basiert und insgesamt mehr Kreativität und Spontaneität zulässt. Dieses Modell wird manchmal auch als "Open Space" bezeichnet.
### Ursprung des Begriffs
Der Begriff wird in der wissenschaftlichen Gemeinschaft bereits seit 1828 verwendet und ist auch in der Tech-Welt recht verbreitet.
### Wie eine Unkonferenz funktioniert
Ein typisches Format beinhaltet eine Zeitplantafel, die von einer oder mehreren Moderator:innen erstellt wird. Diese Tafel wird mit Karten bestückt, die von den Teilnehmenden ausgefüllt werden und beschreiben, was sie lehren, lernen oder tun möchten. Das bedeutet, dass selbst bei gleichartig aufgebauten Veranstaltungen die Ergebnisse je nach den beteiligten Personen sehr unterschiedlich ausfallen können.
### Allgemeine Prinzipien einer Unkonferenz
- **Zeitplantafel und Moderator:in:** Oft gibt es eine Person, die den Zeitplan "bewacht", auf Terminkonflikte achtet und bei der Koordination hilft, wenn mehrere Dinge von den Teilnehmenden gewünscht werden. Die Zeitpläne sind nicht immer gleich aufgebaut. Häufig wird ein Zeitplan mit festen Zeitfenstern von 30 bis 90 Minuten und dazwischen liegenden Pausen verwendet. Manchmal ist der Zeitplan fließender, sodass Sessions so lange dauern, wie sie dauern, und es keine festgelegten Zeitfenster gibt.
- **Gesetz der Mobilität:** Eine Regel, die besagt, dass jede:r Teilnehmende eine Session jederzeit verlassen oder ihr beitreten kann, wenn das Thema oder der Inhalt nicht mehr für sie oder ihn geeignet ist. Dies kann auch die Person einschließen, die die Session leitet, wenn jemand anderes die Leitung übernehmen kann. Dies wird manchmal auch als "Gesetz der zwei Füße" oder "Abstimmen mit den Füßen" bezeichnet, wobei Bedenken hinsichtlich des Ableismus, der diesen Begriffen innewohnt, dazu geführt haben, dass viele Unkonferenzen die älteren Begriffe nicht mehr verwenden.
- **Jegliche Inhalte sind willkommen:** Indem man den Menschen erlaubt, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, ist es nicht nötig, Inhalte oder Themen zu filtern, da jede:r frei ist, Sessions zu überspringen oder zu verlassen. Dies kann Raum für schwierige Themen schaffen, aber auch für "alternative" Ansichten und Ideen, die ein Podium erhalten.
### Formate
Es gibt verschiedene Arten, eine Unkonferenz durchzuführen. Hier sind einige gängige Formate:
- **Fishbowl-Diskussionen:** Eine Kreisdiskussion mit einer begrenzten Anzahl von Sprechplätzen in der Mitte. Die Diskussion wird von einer Moderator:in geleitet, deren Aufgabe es ist, sicherzustellen, dass alle auf den Sprechplätzen zu Wort kommen und ihre Standpunkte teilen können. Sobald eine Person auf einem Sprechplatz nicht mehr sprechen möchte, gibt sie einen Stuhl frei, damit eine andere Person vortreten und diesen Platz einnehmen und an der Diskussion teilnehmen kann. Hinter den Sprechplätzen sind Stühle für Zuhörende aufgestellt. Dieses Format eignet sich gut für Diskussionen in großen Gruppen.
- **Dotmocracy:** Die Teilnehmenden erhalten eine bestimmte Anzahl von Stimmen in Form von Aufklebern in "Punkt"-Form. Mit diesen Stimmen können sie ihre Wünsche zu "vorgeschlagenen" und "angefragten" Punkten für den Zeitplan äußern. Auch diese Punkte werden von den Teilnehmenden erstellt. Die Zeitplan-Moderator:in wählt die Punkte mit den meisten Stimmen aus und plant sie gemeinsam mit der Person, die sie vorgeschlagen hat, oder der Person, die diesen Punkt moderieren würde.
- **PechKucha / Lightning Talks / Ignite:** Diese kurzen Präsentationsformate werden zu Beginn der Veranstaltung gehalten und dienen als Vorboten für spätere Sessions. Darauf aufbauend kann ein Abstimmungssystem stattfinden, oder die Teilnehmenden können an den geplanten Folgesessions teilnehmen. Dieses Format funktioniert oft besser, wenn die Moderator:innen bereits bekannt sind oder Zeit zur Vorbereitung der Sessions besteht. Daher eignet es sich weniger für spontane Anfragen.
Quelle
Dieser Eintrag basiert auf einem Artikel aus dem FetLife Kinktionary. Der Inhalt wurde übersetzt und an das Kinky Circle Wiki angepasst.