Glossary
Safer
Kurzbeschreibung
In BDSM- und sexpositiven Kreisen wird häufig der Begriff "safer" anstelle von "safe" verwendet, wenn es um Kink- und BDSM-Aktivitäten geht. Dies spiegelt ein differenzierteres, realistischeres Verständnis von Risiko und Einverständnis wider.
Ausführliche Erklärung
In BDSM- und sex-positiven Kreisen wird der Begriff "safer" (sicherer) häufig anstelle von "safe" (sicher) verwendet, wenn es um Kink- und BDSM-Aktivitäten geht. Dies spiegelt ein differenzierteres, realistischeres Verständnis von Risiko und Einverständnis wider.
Befürworter der Verwendung von "safer" anstelle von "safe" argumentieren, dass "safe" die vollständige Beseitigung von Risiken impliziert, was bei sexuellen Aktivitäten jedoch grundsätzlich unmöglich ist. Dies gilt insbesondere für BDSM, das oft körperliche Intensität, Machtdynamiken oder psychische Verletzlichkeit beinhaltet. Die Behauptung, etwas sei absolut "safe", kann ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen und eine angemessene Risikowahrnehmung verhindern. "Safer" erkennt an, dass Risiken zwar nicht vollständig ausgeschlossen, aber durch folgende Maßnahmen erheblich reduziert werden können:
- Risikobewusstes Einverständnis: Alle Beteiligten verstehen und akzeptieren potenzielle Risiken, bevor sie teilnehmen.
- Bildung und Vorbereitung: Erlernen korrekter Techniken, Anatomie und Sicherheitsprotokolle.
- Kommunikation: Laufende Absprachen, Check-ins und klare Grenzen während des Play.
- Sicherheitsmaßnahmen: Verwendung geeigneter Ausrüstung, Bereithalten von Sicherheitswerkzeugen und Festlegen von Safe Words.
- Fähigkeitsentwicklung: Üben von Techniken und schrittweises Sammeln von Erfahrung.
- Aftercare: Bereitstellung von körperlicher und emotionaler Unterstützung nach der Scene.
Dieses "safer"-Konzept ist Teil umfassenderer Ansätze wie Risk Aware Consensual Kink (RACK) oder Safe, Sane and Consensual (SSC), die fundierte Entscheidungsfindung anstelle der Risikobeseitigung betonen.
### Ursprung des Begriffs
Der Begriff "safer sex" entstand vermutlich in den 1980er Jahren während der HIV/AIDS-Krise. Damals ermutigten viele Organisationen zur Verwendung von Kondomen, um die Virusverbreitung zu verhindern, wobei gleichzeitig darauf hingewiesen wurde, dass Barrieren das HIV-Risiko nicht vollständig ausschließen können. Seither ist der Begriff zur bevorzugten Bezeichnung unter Sexualpädagogen geworden, um Praktiken zu beschreiben, die die mit Sex (und BDSM) verbundenen Risiken reduzieren, darunter Schwangerschaft, STI-Übertragung sowie körperliche oder emotionale Schäden.
Quelle
Dieser Eintrag basiert auf einem Artikel aus dem FetLife Kinktionary. Der Inhalt wurde übersetzt und an das Kinky Circle Wiki angepasst.